LANGKAWI ⟷ PHUKET

Ende Juni 2025 verließen wir die Werft – glücklich, nun endlich wieder segeln zu können. In der Marina angekommen, setzte schon bald die Ernüchterung ein. Statt wie geplant ein paar Restarbeiten in der Marina zu erledigen, mussten wir leider feststellen, dass der lange Werftaufenthalt unserer Bordtechnik ganz und gar nicht gut getan hatte. Eine immer länger werdende To do – Liste trübte die Stimmung und verzögerte unsere Abreise immer weiter. Dinghi-Motor, Kühlanlagen, Wassermacher, Klimaanlage und viele andere Dinge mehr mussten repariert werden. Zum Glück mit tatkräftiger Hilfe von unserem Mitsegler aka IT-Spezialisten Valentin.

Im September war es dann endlich soweit. Wir lösten die Leinen und segelten gen Phuket in Thailand, wo wir ein paar wunderschöne Inseltage genießen konnten.

Aber nach kurzer Zeit fingen die Probleme wieder an: Batterielader, Wassermacher, Abwasserrohrverbindungen, Lichtmaschine, Navigationssystem… Wir beschlossen, nach Langkawi zurück zu segeln, um dort die nötigen Reparaturen erledigen zu können. Am letzten Ankerplatz zogen abends bedrohliche schwarze Wolken auf und nach einer extrem stürmischen Nacht riss am frühen Morgen unser Anker vom Ankerwirbel ab! Wir konnten Lapita vor dem Korallenriff bewahren und im Sturm zurück in die rettende Marina auf Langkawi segeln. Dort warteten wieder langwierige Reparaturen und der Umbau unseres Navigationssystems auf den NMEA-2000 Standard auf uns.

Weihnachten und Silvester verbrachten wir zwei herrlich erholsame Wochen in einer malerischen Bucht in Langkawis Inselreich.

Im Januar konnten wir die Segel endlich wieder setzen. Phuket, zweiter Versuch. Ganz verschont blieben wir auch diesmal nicht von diversen Reparaturen, aber schön war es doch. Im März bekamen wir Besuch von unseren Freunden Małgorzata und Klaus aus Dresden, grosse Wiedersehensfreude!

Nun begeben wir uns langsam auf den Rückweg nach Langkawi. Dort wollen wir Lapita in der Marina zurücklassen und nach Shanghai fliegen, um uns auf einer Messe für Bootsmotoren umzusehen. In absehbarer Zeit wollen wir unsere Hauptmaschine und den Generator (beide über 35 Jahr alt) austauschen. Zuvor soll es aber auf eine ausgiebige Segeltour durch das indonesische Inselreich gehen…

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

NORTHERN SHIPYARD

Nach langer langer Zeit, die wir mit harter Arbeit auf dem Trockendock der Werft Northern Shipyard auf der Insel Langkawi verbrachten und es nicht allzu viel Neues zu berichten gab, schwimmt Lapita nun endlich wieder im Wasser und wir freuen uns auf neue Segelabenteuer!

Den Jahreswechsel 2023/24 haben wir noch ganz entspannt an einsamen Stränden in Thailand gefeiert.

Mitte Januar 2024 ging es dann auf die Werft. Geplant war ein 3-4 monatiger Aufenthalt, leider wurden dann fast anderthalb Jahre daraus…

Lapita wurde mit Hilfe von Helfern aus aller Welt und ein paar Mitarbeitern der Werft auseinandergenommen und erst einmal von unten bis oben abgeschliffen.

Vom Deck konnten wir die hübsche Aussicht auf das benachbarte Fischerdorf und die Bucht von Kuah geniessen, bis das Schiff zum Lackieren eingerüstet und eingehaust wurde.

Zwischen den Arbeiten mussten wir das Land aller drei Monate für sieben Tage verlassen, um ein neues Visum zu erhalten. Die erste Reise ging auf die thailändische Insel Ko Lipe, wo wir uns in einem wunderschönen Ferienhäuschen mit Privatstrand von den Strapazen der Werftarbeit erholten.

Die Arbeiten gingen leider extrem langsam voran. Das lag vor allem an den fehlenden Fachkräften, wodurch Klaus gezwungen war, die meisten Arbeiten selbst zu erledigen. Ein anderer Grund waren die vielen religiösen und staatlichen Feiertage, die das Land regelmässig lahm legten. Ramadan, Diwali, Weihnachten, Hammelschlachtfest, Unabhängigkeitstag, Malaysia-Tag, Tag der Arbeit, Geburtstag des Sultans, Geburtstag der Sultanin, Geburtstag Mohammeds, Neujahr, Islamisches Neujahr, Chinesisches Neujahr… Vor Beginn des Chinesischen Neujahrsfestes wurde im Supermarkt die Chinesische Mauer neu errichtet – aus Mandarinenkisten.

Durch den quälend langsamen Fortschritt der Arbeiten haben wir es leider nicht geschafft, Lapita wie geplant in der Trockenzeit zu lackieren. Die anschliessende Regenzeit war heftig, was für einige Frustration wegen viel zu hoher Luftfeuchtigkeit und Regentropfen auf dem frischen Lack sorgte, die durch undichte Stellen im Zeltdach tröpfelten.

Die nächste Auszeit führte uns nach Sumatra an den Toba-See, spektakulär gelegen in der grössten Vulkan-Caldera der Welt.

Das Ausbessern und Abschleifen des Teakdecks sowie die Erneuerung der Fugen waren weitere zeitraubende Arbeiten.

Im September reisten wir für anderthalb Monate auf Heimaturlaub nach Deutschland und Portugal.

Zurück auf der Werft standen noch jede Menge ‚kleinere‘ Arbeiten an: Deckshaus, Paneele und Gallionsfigur schleifen und lackieren; Winschen warten und Hydraulik neu verkabeln; Bilge und Seewasserfilter entrosten, schleifen und streichen; alle Teile an Deck und den Masten wieder anbauen; ein Leck im Unterwasserschiff reparieren usw. usw.

Im Januar flogen wir für unsere letzte Visaverlängerung nach Hoi An in Vietnam, was sich leider als eine echte Pechsträhnen-Reise entpuppte. Zuerst wurde Klaus krank, dann wurde Tilly krank, das Wetter war fast die ganze Woche kalt, regnerisch und ungemütlich, der Strand fürchterlich zugemüllt. So haben wir uns die meiste Zeit im warmen Bett unserer Ferienhütte eingekuschelt. Ein paar sonnige Lichtblicke gab es immerhin beim Beobachten der für das Frühlingsfest herausgeputzten heimischen Jugend im Selfie-Wahn…

Zurück auf Langkawi stand uns der vorletzte grossen Kraftakt bevor – das Spritzen des Unterwasserschiffs mit mehreren Lagen Grundierung und Antifouling.

Anfang Februar erreichte uns die traurige Nachricht, dass Tillys Mutter schwer erkrankt war. Wir reisten sofort in das -10 Grad kalte Dresden und blieben einige Monate, bis der Frühsommer den heimischen Garten in ein Blütenmeer verwandelte und die Schönheit der Natur der Seele Trost spendete.

Schliesslich kehrten wir auf die Werft zurück. Das Gerüst wurde abgebaut und die Masten wieder aufgestellt. Ende Juni war es dann endlich geschafft, Lapita wurde frisch herausgeputzt zu Wasser gelassen!

Nun liegen wir in der Marina und erledigen dort die letzten Arbeiten, um Lapita wieder hochseetauglich zu machen. Wir können es kaum erwarten, die Leinen loszumachen…

Liebe Grüsse! Tilly & Klaus

HEIMATURLAUB

Im September geht es mal wieder auf Heimaturlaub, um den 80. Geburtstag meiner Mutter zu feiern. Ein herrlich sonnig warmer Altweibersommer läßt uns den heimischen Weinberg mit seinen köstlichen Trauben in vollen Zügen genießen.

Selbst an unserem Haus wachsen uns die süßen, saftigen Trauben praktisch in den Mund. Auch der Garten hat einige Leckereien zu bieten.

Ende September fliegen wir für drei Wochen nach Portugal. Die erste Woche verbringen wir in Lissabon – wie immer wunderschön, bis auf den Touristenrummel.

Mit dem Mietwagen geht es weiter an die Algarve, wo wir uns wieder im einstigen Fischerdörfchen Ferragudo einquartieren.

Zwar ist die Landschaft im Frühling, wenn alles grünt und blüht, bezaubernder. Die Steilküste bietet jedoch zu jeder Jahreszeit spektakuläre Ausblicke.

Außerdem ist der Atlantik im Herbst warm genug für ein erfrischenden Bad. Sogar ich habe mich trotz meiner Vorliebe für tropisch warme Badewassertemperaturen (kurz) in die kühlen Fluten gestürzt.

Zurück in Deutschland muten Temperaturen und Landschaft schon deutlich herbstlicher an.

Schnell heim in tropische Gefilde! Leider wartet in Langkawi erst mal eine Menge Arbeit auf uns. Ende November gehts nach vier Jahren mal wieder auf die Werft…

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

SUMATRAS WESTKÜSTE

Ende Mai kündigen dunkle Wolken den Beginn der Regenzeit an, und so verlassen wir Langkawi und segeln für drei Monate nach Sumatra.

Bevor wir in See stechen können, müssen wir aber noch volltanken. Über 3000 Liter Diesel verschwinden in unseren Tanks.

Eine mehr als 300 Meilen lange, ungemütliche Tour gegen Wind & Welle liegt vor uns, bei der wir ordentlich durchgeschüttelt werden. Wahrlich kein Segelvergnügen! Unterwegs reißen gleich zwei Schoten, die Klaus notdürftig repariert.

Endlich erreichen wir die Insel Weh an der Nordspitze Sumatras. Dort finden wir nahe dem Örtchen Iboih einen hübschen Ankerplatz mit Blick auf die vom Regenwald bedeckten Berge. Früher war der Ort ein beliebtes Ziel für Backpacker aus aller Welt, heute kommen fast ausschließlich einheimische Tagestouristen her. Und für diese sind wir wiederum die größte Attraktion vor Ort. Besonders am Wochenende werden wir von unzähligen Ausflugsbooten umschwärmt und dabei ausgiebig als schicker Selfie – Hintergrund genutzt.

Das Wasser ist glasklar und lädt zum schnorcheln ein. Einst war die Insel berühmt für ihre wunderschöne Unterwasserwelt. Heute sind die meisten Korallen abgestorben, ein sehr trauriger Anblick. Während meiner ausgiebigen Schnorcheltouren entdecke ich hier und da noch ein paar Reste der vergangenen Pracht.

Entlang der wilden Westküste Sumatras segeln wir Richtung Süden. Grandiose Wolkenformationen und Delphine entschädigen uns etwas für die mauen Windverhältnisse. Schließlich taucht in der Ferne unser langersehntes Ziel auf.

Das Banyak – Archipel, unser Inselparadies für die kommenden Wochen. Für mich ist es seit dem Jahr 2000 bereits der siebente Besuch, das letzte Mal waren wir mit Lapita vor vier Jahren hier.

Dank großzügiger Kühlkapazitäten und Wassermacher können wir das abgeschiedene Inselleben viele Wochen ohne Kontakt zur Zivilisation genießen. Ab und an kaufen wir frischen Fisch von den Fischern und einmal besuchen wir den Wochenmarkt auf der Hauptinsel Balai, wo es ein freudiges Wiedersehen mit alten Bekannten gibt.

Ich schnorchle jeden Tag durch die Korallenriffe, einige sind sogar noch halbwegs intakt. Aber auch hier breitet sich die durch die hohen Wassertemperaturen bedingte Korallenbleiche aus, die in Zusammenarbeit mit Korallen fressenden Dornenkronen ihr Zerstörungswerk verrichtet.

Wie lange wird dieses Archipel wohl noch existieren? Der steigende Meersespiegel läßt leider auch diese Inseln langsam aber sicher im Meer versinken. Die Strände erodieren, die Kokospalmen verschwinden nach und nach. Im Inneren vieler Inseln haben sich bereits Lagunen gebildet, die während der Flut mit Meerwasser volllaufen. Der alte Baumbestand stirbt dadurch ab, dafür breiten sich aber wenigstens Mangroven aus. Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Ein anderes Problem ist der unvermeidliche Plastikmüll, der weltweit Meere und Strände verschmutzt. Wir haben einige Zeit damit zugebracht, „unseren“ Strand zu reinigen und den Müll zu verbrennen.

Und so ist ein Besuch auch der abgelegensten Inselparadiese kein ungetrübtes Vergnügen mehr. Trotz allem haben wir die Zeit auf den Banyak-Inseln sehr genossen und hoffen, dass uns ihre Schönheit noch so lange wie möglich erhalten bleibt.

Bevor es nach Langkawi zurückgeht, machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Phuket. Dort besuchen wir unseren Segelmacher, um noch eine Korrektur am Vorsegel vornehmen zu lassen. Nach einer Woche Sturm und Regen in Phuket segeln wir durch die schöne Inselwelt der Andamanensee nach Langkawi, zum Glück bei bestem Segelwetter.

In Langkawi angekommen ankern wir noch eine Nacht an einer kleinen Insel. Eigentlich wollen wir den letzten Abend unserer Tour mit einem Sundowner in der Hand entspannt ausklingen lassen. Statt dessen müssen wir die Crew eines Fischerbootes retten, das in unserer Nähe auf ein Riff gelaufen ist und droht, leckgeschlagen in den Fluten zu versinken.

Nach etwa einer Stunde nimmt uns die herbeigerufene Küstenwache in stockdunkler Nacht die Verantwortung für die verunglückten Fischer ab.

Inzwischen haben wir Lapita sicher in der Marina untergebracht. Mitte September geht’s dann mal wieder auf Heimaturlaub nach Deutschland und Portugal.

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

THAILANDS ANDAMANENKÜSTE

Kurz vor Weihnachten verließen wir Langkawi, um rechtzeitig zu Beginn der Trockenzeit entlang der thailändische Andamanenküste gen Norden zu segeln. Zuvor mussten wir unsere Abreisepläne erst wegen einer defekten Bilgepumpe und dann wegen eines vom Rost zerlöcherten Auspuffrohres verschieben und jeweils eine Visaverlängerung für Malaysia beantragen, um Ersatzteilbeschaffung und Reparaturen erledigen zu können. Aber dann ging es doch endlich los zum neuen Segelglück…

Die Tour von Langkawi nach Phuket inklusive der idyllischsten Ankerplätze kennen wir ja mittlerweile ganz gut und so feierten wir Weihnachten und Silvester in himmlischer Ruhe ganz romantisch unter dem Sternenhimmel.

An der schönen Westküste von Phuket war zwar aufgrund der weltweiten Lockerungen der Coronaschränkungen wesentlich mehr los als im vergangenem Jahr, aber mit etwas Geduld ließen sich trotzdem noch relativ ruhige Ankerbuchten ohne allzu viel Touristenrummel finden. Dort konnten wir nach Lust und Laune schwimmen, schnorcheln und paddeln. Leider sind die Korallenriffe hier wie eigentlich überall in der Gegend mehr oder weniger abgestorben, vermutlich fielen sie den hohen Wassertemperaturen zum Opfer.

Nachdem wir eine aufwändige, höchst bürokratische Anmeldeprozedur hinter uns gebracht hatten, durften wir zu den geschützten Similan-Inseln segeln, welche eigentlich als eines der besten Tauch- und Schnorchelreviere Thailands gelten. Die Inseln mit ihrem kristallklaren Wasser, gesäumt von weißen Sanstränden, Regenwäldern und rundgeschliffenen Granitfelsen sind über der Wasserlinie eine wahre Augenweide. Der Blick unter Wasser auf die sterbenden Korallenriffe ist dagegen einfach nur deprimierend. Das hält die Touranbieter natürlich nicht davon ab, teure Schnorchel- und Tauchtouren auf die Inseln anzubieten. Zum Glück spielt sich der Touristenrummel nur von 10 bis 16 Uhr ab. Ansonsten ist es herrlich ruhig und so konnten wir die wunderschöne Insellandschaft dann fast ganz allein genießen.

Unser nächstes Ziel waren die Surin-Inseln, wenige Kilometer von der Grenze zu Myanmar entfernt. Stürmisches Wetter führte uns gemeinsam mit vielen schutzsuchenden Fischerbooten in diese traumhafte Bucht.

Zurück an Phukets Westküste haben wir Lapita für anstehende Filmaufnahmen (gesponsert von unserem Segelmacher Rolly Tasker in Phuket) tagelang aufgeräumt, geputzt und auf Hochglanz gebracht. Bei perfektem Segelwetter drehten wir ein spektakuläres Video, zu bewundern auf YouTube:

Auch ein paar tolle Drohnenfotos sind dabei entstanden.

Nun geht unsere Zeit in Thailand ihrem Ende entgegen und wir segeln in den nächsten Tagen zurück in unsere zweite Heimat Langkawi. Dort wollen wir dieses Mal aber nicht allzu lange verweilen und uns bald auf den Weg nach Indonesien begeben.

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

Neue Segel, neues Glück

Nachdem wir Mitte Mai mit drei großen, schweren Koffern voller Ersatzteile von Deutschland nach Phuket zurückgekehrt waren, brachten wir erst mal eine ganze Weile damit zu, diese auf Lapita einzubauen.

Inzwischen hatte die Monsunzeit begonnen und manchmal regnete und stürmte es tagelang. Zwischendurch gab es aber auch immer wieder schöne Sonnentage, die zu einem Ausflug auf der Insel einluden.

Im Gebüsch versteckt konnte man sogar goldene Fuß- und Handspuren entdecken, die Buddha dort einst hinterließ…

Nicht lange nach dem Start der Regenzeit beginnt die Erntezeit für leckere Früchte, die dann am Strassenrand bergeweise angeboten werden. Die allseits beliebte, aber alles andere als wohlriechende Durian haben wir uns nur einmal gegönnt. Die herrlich süßen, saftigen Rambutans, Litschis und andere Köstlichkeiten dafür täglich.

Auf unseren Segelstoff mussten wir aufgrund von Produktions- und Lieferengpässen wochenlang warten. Zufällig traf er dann nach unserem Heimaturlaub am gleichen Tag wie wir in Phuket ein und unsere Segel konnten nun endlich genäht und einige Wochen später zur Probe aufgezogen werden.

Um die Mehrwertsteuer zu sparen, haben wir die Segel dann aber wieder runtergenommen und auf die zollfreie Insel Langkawi verschicken lassen. Anfang August verließen wir Phuket und begaben uns als Motoryacht auf den Weg nach Langkawi. Die fehlenden Segel fielen kaum auf, denn der Wind machte sich recht rar.

Das sonnige, windstille Wetter war allerdings sehr angenehm für ausgiebige Zwischenstopps an den traumhaften Inseln in der Andamanensee.

Hier konnten wir im herrlich klaren Wasser auch endlich mal wieder an Korallenriffen schnorcheln. Diese sind allerdings nicht mehr in einem besonders gutem Zustand, was vor allem den zu hohen Wassertemperaturen geschuldet sein dürfte. Die prächtigsten Korallen waren seltsamerweise nicht am Korallenriff, sondern ausgerechnet direkt an unserem Anlegesteg in der Marina in Phuket zu finden.

Stimmungsvolle Sonnenuntergänge machten das Inselglück perfekt.

Weiter ging die Reise vorbei an bizarren Kalksteininselchen.

Je näher wir Langkawi kamen, desto schlechter wurde leider das Wetter. Die angenehme Regenpause war vorbei.

In Langkawi angekommen fühlten wir uns gleich wieder ganz heimisch, schließlich hatten wir ja während der Corona-Pandemie mehr als zwei Jahre auf der Insel gelebt. Wir haben alte Freunde wiedergetroffen und amüsante Abende miteinander verbracht.

Endlich trafen auch unsere Segel wohlbehalten ein und wir konnten sie gemeinsam mit unseren fleißigen Freunden an einem windstillen, sonnigen Vormittag aufziehen.

Bevor wir allerdings wieder auf Segeltour gehen und die neuen Segel ausgiebig testen werden, haben wir noch eine kleine Reise auf dem Festland Malaysias unternommen.

Auf dem Flug nach Penang konnten wir den Blick auf Langkawis phantastische Inselwelt aus der Vogelperspektive bewundern.

Mit einem Mietwagen ging es weiter zu den malerischen Teeplantagen der Cameron Highlands.

Leider wurde ein Großteil der einst so schönen Berglandschaft durch Tourismus und Landwirtschaft verschandelt.

Unter den scheußlichen Plastikdächern gedeihen vor allem Erdbeeren, anscheinend ein recht einträgliches Geschäft. Aber lecker!

Über einsame Bergstraßen fuhren wir weiter zum Nationalpark Taman Negara, der einen mehr als 130 Millionen Jahre alten Primärregenwald umfasst.

Das Highlight im Taman Negara sind die bis zu 40m über dem Waldboden gespannten Hängebrücken, die einen spannenden Spaziergang durch die Baumkronen ermöglichen.

Wilde Tiger oder Elefanten konnten wir leider nicht entdecken, aber immerhin turnten ein paar Affen durch den Dschungel.

Zum Abschluss der Reise haben wir uns in Kuala Lumpur ein schickes Apartment mit tollem Stadtblick gegönnt.

Wenn die Monsunzeit Mitte November endlich ihrem Ende entgegen geht, wollen wir noch einmal nach Thailand segeln und die Andamanenküste erkunden.

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

HEIMATURLAUB

Anfang April war es soweit – Lapita blieb sicher untergebracht in einer Marina in Phuket zurück und wir konnten endlich in unseren Heimaturlaub starten.

Im herrlich grünen Elbtal von Dresden angekommen waren wir doch recht froh, dass sich unsere Reise von Weihnachten auf den Frühling verschoben hatte. Nach 7 Jahren Frühjahrsabstinenz empfanden wir das überbordende Grünen und Blühen als besonders zauberhaft – nie wieder Heimaturlaub im Winter!

Der heimatliche Pillnitzer Weinberg war wie immer eine Augenweide, der Wein unserer lieben Nachbarn schmeckte wie immer köstlich

und im Garten meiner Mutter blühte es wunderschön!

Wir unternahmen Spaziergänge entlang der Weinberge zum Schloss Pillnitz

und Ausflüge in die malerische Umgebung Dresdens.

Natürlich gab es viele freudige Wiedersehen mit Familie und Freunden, zu Ostern entfachten unsere Freunde ein stimmungsvolles Osterfeuer in der brandenburgischen Provinz.

Ende April sind wir für zwei Wochen nach Portugal geflogen, um Klaus‘ Kinder zu besuchen. Die erste Woche verbrachten wir an der Algarve und logierten im ehemaligen Fischerdörfchen Ferragudo.

Die spektakuläre Steilküste bot beeindruckende Ausblicke

und auch das Hinterland (wo sich mehr Störche als Touristen herumtrieben) war sehr sehenswert.

Weiter gings ins in die großartige Hauptsadt Lissabon, die leider von Touristen überquoll.

Über das mittelalterliche Städtchen Obidos

fuhren wir weiter Richtung Norden nach Aveiro, wo hübsche Jugenstilhäuser vom ehemaligen Reichtum der Stadt zeugen und Touristen in bunt bemalten Känen, die einst der Seetangernte dienten, durch die Kanäle geschippert werden.

Das letzte Ziel unserer kleinen Portugalrundfahrt war die an den steilen Hängen des Douro gelegene Stadt Porto, Heimat des Portweins.

Porto ist eine bedeutende Universitätsstadt und wir gerieten mitten hinein in die fulminanten Abschlussfeierlichkeiten der Absolventen.

Zurück in Deutschland blieb sogar noch Zeit für einen Ausflug nach Prag.

Mitte Mai hieß es Abschied nehmen, vollgepackt mit Ersatzteilen und Schinkenspeck flogen wir über den Golf von Bengal zurück nach Phuket.

Hier bleiben wir und warten, bis unsere neuen Segel fertig genäht sind (Ende Juni?) und dann schaun wir mal, wie die Reise weitergeht…

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

Phuket

Nach mehr als zwei Jahren nahmen wir von unserem Corona-Refugium Langkawi Abschied und sagten unseren Freunden Lebwohl. Mit vollgepackten Vorratskammern und Kühlschränken segelten wir am Neujahrsmorgen bei steifer Brise gen Phuket. Leider hielten unsere alten Segel dem kräftigen Wind nicht allzu lange stand. Unterwegs fanden sich spektakuläre Ankerplätze, so dass wir windgeschützt schlummern konnten.

Vor Phuket angekommen, mussten wir uns an einem vorbestimmten Quarantäne-Ankerplatz einfinden. Am frühen Morgen bekamen wir Besuch von den thailändischen Gesundheitsbehörden für unseren ersten PCR-Test. Trotz negativem Ergebnis mussten wir 7 Tage in Zwangsquarantäne bleiben. Die Zeit verging recht schnell, wir haben Sonnenauf- und Untergänge und den klaren Sternenhimmel auf unserer gemütlichen Deck-Lounge genossen und natürlich auch ein paar Arbeiten am Schiff erledigt.

Am achten Quarantänetag stand der zweite PCR-Test an . Am kommenden Morgen wollten wir gerade den Anker lichten – da kam die Nachricht, dass mein Testergebnis positiv ausgefallen ist! Nach 14 Tagen allein auf See ein wahres medizinisches Wunder. Zuerst sollte ich trotz völliger Symptomfreiheit sofort ins Krankenhaus verfrachtet werden. Das ließ sich zum Glück noch verhindern, aber nun mussten wir noch einmal 10 Tage am Quarantäne-Ankerplatz bleiben. Wenigstens hatten wir dank unserer gut gefüllten Kühlschränke noch genug frisches Obst und Gemüse an Bord, auch wenn die Vorräte am Ende unserer vierwöchigen „Reise“ nach Phuket ziemlich ausgeplündert waren. Langweilig wurde uns nicht, am Schiff gibt es ja immer was zu tun…

Nach 10 Tagen war der nächste PCR-Test fällig, danach wurden wir endlich aus der Quarantäne entlassen. In der Marina angekommen, haben wir als erstes unsere zerschlissenen Segel runtergenommen und in die Segelwerkstatt gebracht. Bis wir unsere neuen Segel bekommen, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Die weltweiten Lieferprobleme betreffen leider auch Segeltuch. Und endlich konnten wir auch ein neues Sonnendach nähen lassen, so dass wir unsere Behelfslösung – eine chinesische Plastikplane – entsorgen konnten.

Natürlich blieb auch etwas Zeit, die Insel Phuket zu erkunden. Abseits der Touristenorte finden sich ein paar idyllische Strände und einladende Strandcafés.

Schließlich konnten wir zu unserer lang ersehnten Inseltour in die Phang Nga Bucht aubrechen. Vor drei Jahren waren wir schon einmal in dieser spektakulären Bucht mit ihren bizarren Kalksteinfelsen, Höhlen und versteckten Lagunen unterwegs.

Damals waren wir von den unzähligen Touristen genervt, dieses Mal war es dank Corona-Touristenflaute meist herrlich einsam.

Nun sind wir zurück in der Marina auf Phuket. Hier wird Lapita für eine Weile sicher untergebracht sein, während wir uns Anfang April auf Heimaturlaub begeben.

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

Langkawi adé

Mehr als zwei Jahre leben wir nun schon auf der Insel Langkawi, kaum zu glauben! Zu Silvester waren wir ja noch einigermaßen optimistisch, dass wir unsere Weltumsegelung im Laufe des Jahres fortsetzen können – naja, wir wurden eines Besseren belehrt. Die malaysische Immigrationsbehörde war so freundlich, unsere Visa bis zum Ende des Jahres zu verlängern, und so haben wir es uns also in unserem Corona-Refugium gemütlich gemacht und auf bessere Zeiten gewartet. Und da unser Inselleben natürlich nicht nur aus schwerer Arbeit auf dem Schiff bestand, gibt es zum Jahresausklang nur erbauliche Bilder.

In unserer Marina lebte es sich selbst während der strengsten Corona-Lockdowns recht entspannt.

Oft und gern haben wir uns mit unseren Freunden zu Speis & Trank zusammengefunden und gefeiert.

Auf spektakuläre Sonnenuntergänge

folgten entspannte Tage an unserem einsamen Lieblingsstrand. Dort konnten wir uns auch mit frischem Kokoswasser versorgen, ein köstlich erfrischendes Geschenk der Tropen.

Im Frühling begann die Regenzeit. Die im Regenwald versteckten Wasserfälle füllten sich und luden zum kühlen Bad ein. Dank Corona-Reisebeschränkungen waren wir meist ganz allein und konnten unsere Bäder sogar hüllenlos genießen.

An den verwaisten Grillstellen des Durian-Wasserfalls versuchte sich Klaus an Sardinen portugiesischer Art (leider nur mit mit mäßigem kulinarischen Erfolg).

Wenn die Regenfälle zu heftig wurden, verwandelten sich die Wasserfälle in reißende Fluten, die ein entspanntes Bad unmöglich machten.

Aber nach ein paar Tagen Sonnenschein beruhigte sich die Lage wieder.

Auf Wanderungen durch den Regenwald begegneten wir kleinen und auch etwas größeren Tieren.

Zur Abkühlung ein Bad in der „Blauen Lagune“.

Die kleine Schwalbe stürzte auf unserem Deck ab und wir haben sie für ein paar Tage durchgefüttert, bevor sie sang- und klanglos wieder verschwand.

Fast hätten wir dieses Grundstück gekauft, der herrliche Blick und die schöne Lage am Rande des Regenwalds waren sehr verlockend. Aber noch haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben, irgendwann weitersegeln zu können und haben so der Versuchung widerstanden.

Dank Omikron mussten wir uns von unserem Plan verabschieden, Weihnachten in Deutschland zu feiern und unseren überfälligen Heimatbesuch verschieben.

Da unsere Visa für Malaysia nun nicht mehr verlängert werden, verlassen wir Malaysia zum Jahresende. Nun heisst es mit zwei Jahren Verspätung Segel setzen und auf nach Thailand. Leider ist die Einreise nach Thailand mit dem Schiff noch immer eine bürokratische Schlacht, die uns mit Agent, Quarantäne und völlig überteuerten Corona-Tests viel Zeit, Geld und Nerven kostet. Aber dafür ist in an Thailands Andamanenküste jetzt die beste Reisezeit. Und da noch immer sehr wenige Touristen ins Land kommen, haben wir nun die seltene Gelegenheit, ungestört durch Thailands Inselparadiese zu segeln, die sich in den vergangenen zwei Jahren vom Massentourismus erholen durften.

Frohe Weihnachten wünschen Tilly & Klaus

Corona – Projekte

Und schon wieder ist fast ein halbes Jahr vergangen! Wie gehabt liegen wir im Royal Langkawi Yacht Club auf der malaysischen Insel Langkawi und warten auf reisefreundlichere Zeiten…

Immerhin gibt es Fortschritte beim Impfen. Klaus wurde bereits zweimal mit BioNTech geimpft und ich habe auch schon meine erste Dosis intus. Wir hoffen, dass eine sichere Weiterreise in absehbarer Zeit möglich sein wird, wenn wir beide vollständig immunisiert sind. Aber leider steigen die Fallzahlen sowohl in Malaysia als auch in umliegenden Ländern momentan steil an, so dass erstmal ein erneuter strenger Lockdown verhängt wurde und wir uns wohl noch ein wenig länger gedulden müsssen.

Langweilig wurde uns die Wartezeit allerdings auch in den vergangenen Monaten nie. Das lag vor allem an verschiedenen Coroana-Projekten, die wir in Angriff genommen hatten und recht viel Zeit und Mühe in Anspruch nahmen.

Der größte Brocken war der Umbau von Blei- auf Lithiumbatterien. Dafür mussten wir erst einmal 1,4 Tonnen Batterien aus dem Schiff schaffen. Mit Hilfe von Muskelkraft, Seil- und Hydraulikwinden haben wir es zu zweit gemeistert, die Batterien auf den Steg zu hieven. Dieser ging unter dem Gewicht zwar ganz schön in die Knie, hat aber zum Glück standgehalten.

Nachdem die neuen Lithiumbatterien aus China endlich eingetroffen waren, musste das Batteriefach vorbereitet, unzählige neue Kabel verlegt und verdrahtet, Schaltschränke gebaut und die Elektronik für das Batterie-Management-System programmiert werden (das war dann mein Part). Der Arbeitsaufwand war natürlich viel höher als befürchtet. Und Kochen am Abgrund war während der Arbeiten auch nicht ganz einfach!

Der Lohn der Mühe: eine ausgesprochen effiziente Lithiumbatterie-Anlage, die uns in Zukunft unzählige Generatorstunden zum Laden der Batterien einsparen und unsere Energieversorgung abseits von Marinas erheblich verbessern wird.

Außerdem haben wir eine Koje der Steuerbordkabine zu einem Schubladensystem umgebaut – der Stauraum wurde gerecht aufgeteilt für Werkzeuge, Ersatzteile und Essensvorräte für lange Ozeanüberquerungen, die hoffentlich bald wieder möglich sein werden.

Das dritte größere Projekt: dreifaches Schleifen und Spritzlackieren unseres Deckshauses. Nun glänzt es wieder in voller Schönheit.

Und vieles andere mehr… Neben der ganzen Arbeit gab es in den vergangenen Monaten natürlich auch erbauliche Erlebnisse.

Sobald die fleißigen Vogeleltern ihren Nestbau an unserer Wäscheleine vollendet hatten, brüteten sie Anfang Januar eine gefräßige Tochter aus und waren den lieben langen Tag mit der Fütterung beschäftigt, während ich mit der Kamera auf der Lauer lag. Viel zu schnell wurde die Vogeltochter flügge und die kleine Familie ward nicht mehr gesehen. Leider!

Während der Trockenzeit, in der die sonst so üppig tropisch grüne Vegetation der Insel trockener und brauner wurde, konnte ich auf meinem Spaziergang zum Supermarkt im lichter werdenden Blätterdach immer mehr Tiere beobachten – neben den allgegenwärtigen Affen und Seeadlern auch Schwarze Riesenhörnchen oder Nashornvögel.

Inzwischen hat die Regenzeit schon wieder begonnen und wir müssen unsere regelmäßigen Strandbesuche nun erneut nach Regen und Sonnenschein ausrichten. Dafür rauschen erfrischende Wasserfälle von den schroffen Hängen des Regenwalds hinab und laden zum Bad ein. Die Naturschönheiten können wir Dank der anhaltenden Corona – Reisebeschränkungen einsam und allein genießen und dabei Raritäten wie die Blüte des Titanenwurz (kann über 3m groß werden!) oder Flugechsen entdecken. Leider habe ich es nicht geschafft, die Echsen während des Fluges zu fotografieren.

Die Abendhimmel bieten während der Regenzeit oft dramatische Ausblicke, die wir am liebsten gemütlich in der Hängematte schaukelnd bewundern…

Liebe Grüße von der Insel!

Tilly & Klaus

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