CORONA – Zwangspause in Malaysia

Mitte März warteten wir auf der malaysischen Insel Langkawi eigentlich nur noch auf ein Ersatzteilpaket aus Deutschland und wollten dann nach Phuket in Thailand segeln, um dort vor der bevorstehenden Überquerung des Indischen Ozeans neue Segel anfertigen zu lassen. Dann kam auch uns Corona in die Quere…

Zum Glück waren wir zu diesem Zeitpunkt noch in Malaysia, denn innerhalb weniger Tage schlossen weltweit nahezu alle Länder ihre Grenzen. Wehe dem Segler, der zu diesem Zeitpunkt gerade auf den Weltmeeren unterwegs war und nach Tagen oder Wochen auf See plötzlich überall vor verschlossenen Grenzen stand! 

Unser Segelmacher in Thailand hat unsere Story dann auch gleich auf seiner Webseite verarbeitet, hier die deutsche Version: http://www.rollytasker.com/de/news/segeln-in-zeiten-von-corona/

Seit dem 18. März gilt in Malaysia die sogenannte MCO (Movement Control Order), die trotz recht geringer Fallzahlen wochenlang mit ziemlich strengen Ausgangsbeschränkungen verbunden war. Wir durften das Schiff nur noch einzeln und maskiert für wichtige Einkäufe und Besorgungen verlassen. Die Straßen waren wie ausgestorben und eine angenehme Ruhe legte sich über das Land. Auch in unserer Marina wurden Swimmingpool, Bars, Restaurants und Läden dicht gemacht.

Viele Segler nutzen die Zeit, um ihre Schiffe instand zu halten. Auch Klaus war fleißig und beschäftigte sich mit der Überholung verschiedenster Teile am Schiff, die es oft schon lange nötig hatten.

Ich war wie immer für Einkauf und kulinarische Versorgung zuständig. Anfangs waren Masken natürlich Mangelware. Glücklicherweise fand sich an Bord noch eine übriggebliebene Staubmaske von den Arbeiten auf der Werft, ohne die ich die Marina nicht verlassen durfte.

Im Supermarkt wurden nur je 20 Personen hereingelassen und ich musste jedes Mal über eine Stunde „ansitzen“, ehe ich nach erfolgreicher Kontrolle der Körpertemperatur für 15 min den Laden betreten konnte. Der Supermarkt war zum Glück jederzeit gut bestückt und sogar an Klopapier herrschte keinerlei Mangel.

In der Marina haben wir ein nettes deutsch-indisches Paar kennengelernt und regelmäßig interkulturelle Kochsessions veranstaltet. Sehr unterhaltsam und lecker, auch wenn wir dabei natürlich gegen die anfangs sehr strenge Corona-Kontaktsperre verstießen. Auch sonst hatte ich viel Zeit und Gelegenheit, meine Koch- und Backkünste zu verfeinern und inzwischen kommen neben vielen anderen Köstlichkeiten auch perfekte „DDR-Brötchen“ und Vollkornbrote aus dem Ofen.

Ab 4. Mai wurden die Ausgangsbeschränkungen etwas gelockert und in den meisten Firmen und Geschäften durfte wieder gearbeitet werden. Wir haben die Gelegenheit genutzt und einige Teile unserer Hydraulik-Anlage zur Überholung zu einer Firma in der Nähe der Insel Penang gebracht. Um die Teile mit dem Mietwagen dorthin zu transportieren, benötigten wir für unsere „Geschäftsreise“ eine Sondergenehmigung der Polizei, die unterwegs auch sehr häufig kontrolliert wurde. Touristische Reisen waren noch streng verboten und ohne polizeiliche Erlaubnis kam man auch wirklich nicht weit! Trotzdem haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, die Insel Penang zu besuchen. Die mit 24 km längste Brücke Südostasiens führt auf den Südteil der Insel. An den Berghängen begann gerade die Hochsaison der Durian, der berühmt-berüchtigten Stinkfrucht. Die Bäume entlang der Straße hingen voll mit den intensiv riechenden, stacheligen Früchten, die für die meisten Asiaten eine absolute Delikatesse darstellt, von westlichen Touristen wegen des fauligen Geruchs aber eher gemieden wird.

Mittlerweile wurden die Corona-Maßnahmen weiter gelockert und gleich noch einmal bis zum 31. August verlängert. Darüber sind wir eigentlich ganz froh, denn bis zum Ende dieser Maßnahmen dürfen wir mit unseren nun schon seit Monaten abgelaufenen Visa weiter im Land bleiben. Auf jeden Fall werden wir nach Thailand segeln, wenn das Land seine Grenzen wieder für Ausländer öffnet (hoffentlich bald!) und endlich unsere Segel anfertigen lassen. Über den Indischen Ozean wagen wir uns dieses Jahr aber nicht mehr, dafür ist die Situation sowohl in den Inselstaaten wie den Seychellen oder Madagaskar als auch in Südafrika viel zu unsicher.

Momentan haben wir uns ein kleines Auto gemietet und fahren häufig zum Schwimmen an einen hübschen Strand im Norden der Insel. Da noch keine Touristen ins Land dürfen, haben wir den Strand dann auch meist für uns ganz allein.

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

HELDEN DER ARBEIT

Nachdem wir im vergangenen November von unserem Landurlaub in Kambodscha und Vietnam in die Marina auf der Insel Langkawi zurückkehrten, stand erst mal eine ganz Menge Arbeit am Schiff an.

Zum Glück gingen uns dabei ein paar fleißige Helfer zur Hand. Zuerst wurde das Teak Deck abgeschliffen und geölt.

Danach haben wir LAPITA innen und außen gewienert und poliert.

Kurz vor unseren Weihnachts“ferien“ in Europa blieben uns dann zum Glück noch ein paar Tage Zeit, um die Insel Langkawi mit dem Moped zu erkunden.

Während Klaus die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel in Portugal bei seinen Kindern verbrachte, bin ich nach Deutschland geflogen. Nach einem gemütlichen Weihnachtsfest mit meiner Mutter in Dresden haben wir den Weihnachtsbraten auf einer kleinen Wanderung durch die schöne Sächsische Schweiz verdaut. Wunderschön, aber viiiel zu kalt!

Eine Besuchsreise führte mich anschließend durch (fast) ganz Deutschland. Schön war‘s, Familie und Freunde wiederzusehen, aber auf meine Rückkehr auf die sonnenverwöhnte Insel Langkawi zu Klaus & Lapita habe ich mich doch sehr gefreut!

Da Klaus schon ein paar Tage vor mir auf dem Schiff zurück war, nutzte er die Gelegenheit, um die Küchenarbeitsfläche neu zu lackieren. Derweil genoss ich auf meinem Flug die grandiosen Aussichten auf den Balkan.

Auf Langkawi stand aber statt Segelvergnügen leider erst noch einmal jede Menge Arbeit an. Das Schiff kam für gut zwei Wochen auf die Werft.

Gemeinsam mit unserem ukrainischen Helfer Artem hat Klaus Rost entfernt, das Unterwasserschiff geschliffen und Schadstellen ausgebessert. Zum Schluss wurde neue Antifouling-Farbe aufgespritzt, die Algen und Muscheln vom Rumpf fernhalten soll.

Ich war wie immer für Einkauf und die kulinarische Versorgung zuständig. Zugegeben, ein vergleichsweise angenehmer Job!

Nun strahlt LAPITA in neuem Glanz und freut sich genau wie wir darauf, endlich wieder die Segel setzen zu können…

Inzwischen sind wir wieder in der Marina und damit beschäftigt, die Vorräte für die anstehende Überquerung des Indischen Ozeans aufzufüllen.

Bevor wir aber Richtung Südafrika lossegeln werden, geht es erst noch einmal nach Thailand, wo wir neue Segel bekommen werden…

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

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