Corona – Projekte

Und schon wieder ist fast ein halbes Jahr vergangen! Wie gehabt liegen wir im Royal Langkawi Yacht Club auf der malaysischen Insel Langkawi und warten auf reisefreundlichere Zeiten…

Immerhin gibt es Fortschritte beim Impfen. Klaus wurde bereits zweimal mit BioNTech geimpft und ich habe auch schon meine erste Dosis intus. Wir hoffen, dass eine sichere Weiterreise in absehbarer Zeit möglich sein wird, wenn wir beide vollständig immunisiert sind. Aber leider steigen die Fallzahlen sowohl in Malaysia als auch in umliegenden Ländern momentan steil an, so dass erstmal ein erneuter strenger Lockdown verhängt wurde und wir uns wohl noch ein wenig länger gedulden müsssen.

Langweilig wurde uns die Wartezeit allerdings auch in den vergangenen Monaten nie. Das lag vor allem an verschiedenen Coroana-Projekten, die wir in Angriff genommen hatten und recht viel Zeit und Mühe in Anspruch nahmen.

Der größte Brocken war der Umbau von Blei- auf Lithiumbatterien. Dafür mussten wir erst einmal 1,4 Tonnen Batterien aus dem Schiff schaffen. Mit Hilfe von Muskelkraft, Seil- und Hydraulikwinden haben wir es zu zweit gemeistert, die Batterien auf den Steg zu hieven. Dieser ging unter dem Gewicht zwar ganz schön in die Knie, hat aber zum Glück standgehalten.

Nachdem die neuen Lithiumbatterien aus China endlich eingetroffen waren, musste das Batteriefach vorbereitet, unzählige neue Kabel verlegt und verdrahtet, Schaltschränke gebaut und die Elektronik für das Batterie-Management-System programmiert werden (das war dann mein Part). Der Arbeitsaufwand war natürlich viel höher als befürchtet. Und Kochen am Abgrund war während der Arbeiten auch nicht ganz einfach!

Der Lohn der Mühe: eine ausgesprochen effiziente Lithiumbatterie-Anlage, die uns in Zukunft unzählige Generatorstunden zum Laden der Batterien einsparen und unsere Energieversorgung abseits von Marinas erheblich verbessern wird.

Außerdem haben wir eine Koje der Steuerbordkabine zu einem Schubladensystem umgebaut – der Stauraum wurde gerecht aufgeteilt für Werkzeuge, Ersatzteile und Essensvorräte für lange Ozeanüberquerungen, die hoffentlich bald wieder möglich sein werden.

Das dritte größere Projekt: dreifaches Schleifen und Spritzlackieren unseres Deckshauses. Nun glänzt es wieder in voller Schönheit.

Und vieles andere mehr… Neben der ganzen Arbeit gab es in den vergangenen Monaten natürlich auch erbauliche Erlebnisse.

Sobald die fleißigen Vogeleltern ihren Nestbau an unserer Wäscheleine vollendet hatten, brüteten sie Anfang Januar eine gefräßige Tochter aus und waren den lieben langen Tag mit der Fütterung beschäftigt, während ich mit der Kamera auf der Lauer lag. Viel zu schnell wurde die Vogeltochter flügge und die kleine Familie ward nicht mehr gesehen. Leider!

Während der Trockenzeit, in der die sonst so üppig tropisch grüne Vegetation der Insel trockener und brauner wurde, konnte ich auf meinem Spaziergang zum Supermarkt im lichter werdenden Blätterdach immer mehr Tiere beobachten – neben den allgegenwärtigen Affen und Seeadlern auch Schwarze Riesenhörnchen oder Nashornvögel.

Inzwischen hat die Regenzeit schon wieder begonnen und wir müssen unsere regelmäßigen Strandbesuche nun erneut nach Regen und Sonnenschein ausrichten. Dafür rauschen erfrischende Wasserfälle von den schroffen Hängen des Regenwalds hinab und laden zum Bad ein. Die Naturschönheiten können wir Dank der anhaltenden Corona – Reisebeschränkungen einsam und allein genießen und dabei Raritäten wie die Blüte des Titanenwurz (kann über 3m groß werden!) oder Flugechsen entdecken. Leider habe ich es nicht geschafft, die Echsen während des Fluges zu fotografieren.

Die Abendhimmel bieten während der Regenzeit oft dramatische Ausblicke, die wir am liebsten gemütlich in der Hängematte schaukelnd bewundern…

Liebe Grüße von der Insel!

Tilly & Klaus

3 Kommentare zu „Corona – Projekte

  1. Liebe Tilly, lieber Klaus, wie schön, dass es euch gut geht und ihr trotz Corona die Zeit so wunderbar und produktiv verbringt!!! Alles Gute, bleibt gesund und munter! Ihr seid einfach cool! Mit Bewunderung, eure Diana

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  2. Liebe Tilly, Dankeschön für diesen poetischen Blick in Eure Welt, die so anders als unsere hier ist. Bleibt gesund und genießt das Leben!!!! Liebe Grüße, Andrea

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