SUMATRAS WESTKÜSTE

Ende Mai kündigen dunkle Wolken den Beginn der Regenzeit an, und so verlassen wir Langkawi und segeln für drei Monate nach Sumatra.

Bevor wir in See stechen können, müssen wir aber noch volltanken. Über 3000 Liter Diesel verschwinden in unseren Tanks.

Eine mehr als 300 Meilen lange, ungemütliche Tour gegen Wind & Welle liegt vor uns, bei der wir ordentlich durchgeschüttelt werden. Wahrlich kein Segelvergnügen! Unterwegs reißen gleich zwei Schoten, die Klaus notdürftig repariert.

Endlich erreichen wir die Insel Weh an der Nordspitze Sumatras. Dort finden wir nahe dem Örtchen Iboih einen hübschen Ankerplatz mit Blick auf die vom Regenwald bedeckten Berge. Früher war der Ort ein beliebtes Ziel für Backpacker aus aller Welt, heute kommen fast ausschließlich einheimische Tagestouristen her. Und für diese sind wir wiederum die größte Attraktion vor Ort. Besonders am Wochenende werden wir von unzähligen Ausflugsbooten umschwärmt und dabei ausgiebig als schicker Selfie – Hintergrund genutzt.

Das Wasser ist glasklar und lädt zum schnorcheln ein. Einst war die Insel berühmt für ihre wunderschöne Unterwasserwelt. Heute sind die meisten Korallen abgestorben, ein sehr trauriger Anblick. Während meiner ausgiebigen Schnorcheltouren entdecke ich hier und da noch ein paar Reste der vergangenen Pracht.

Entlang der wilden Westküste Sumatras segeln wir Richtung Süden. Grandiose Wolkenformationen und Delphine entschädigen uns etwas für die mauen Windverhältnisse. Schließlich taucht in der Ferne unser langersehntes Ziel auf.

Das Banyak – Archipel, unser Inselparadies für die kommenden Wochen. Für mich ist es seit dem Jahr 2000 bereits der siebente Besuch, das letzte Mal waren wir mit Lapita vor vier Jahren hier.

Dank großzügiger Kühlkapazitäten und Wassermacher können wir das abgeschiedene Inselleben viele Wochen ohne Kontakt zur Zivilisation genießen. Ab und an kaufen wir frischen Fisch von den Fischern und einmal besuchen wir den Wochenmarkt auf der Hauptinsel Balai, wo es ein freudiges Wiedersehen mit alten Bekannten gibt.

Ich schnorchle jeden Tag durch die Korallenriffe, einige sind sogar noch halbwegs intakt. Aber auch hier breitet sich die durch die hohen Wassertemperaturen bedingte Korallenbleiche aus, die in Zusammenarbeit mit Korallen fressenden Dornenkronen ihr Zerstörungswerk verrichtet.

Wie lange wird dieses Archipel wohl noch existieren? Der steigende Meersespiegel läßt leider auch diese Inseln langsam aber sicher im Meer versinken. Die Strände erodieren, die Kokospalmen verschwinden nach und nach. Im Inneren vieler Inseln haben sich bereits Lagunen gebildet, die während der Flut mit Meerwasser volllaufen. Der alte Baumbestand stirbt dadurch ab, dafür breiten sich aber wenigstens Mangroven aus. Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Ein anderes Problem ist der unvermeidliche Plastikmüll, der weltweit Meere und Strände verschmutzt. Wir haben einige Zeit damit zugebracht, „unseren“ Strand zu reinigen und den Müll zu verbrennen.

Und so ist ein Besuch auch der abgelegensten Inselparadiese kein ungetrübtes Vergnügen mehr. Trotz allem haben wir die Zeit auf den Banyak-Inseln sehr genossen und hoffen, dass uns ihre Schönheit noch so lange wie möglich erhalten bleibt.

Bevor es nach Langkawi zurückgeht, machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Phuket. Dort besuchen wir unseren Segelmacher, um noch eine Korrektur am Vorsegel vornehmen zu lassen. Nach einer Woche Sturm und Regen in Phuket segeln wir durch die schöne Inselwelt der Andamanensee nach Langkawi, zum Glück bei bestem Segelwetter.

In Langkawi angekommen ankern wir noch eine Nacht an einer kleinen Insel. Eigentlich wollen wir den letzten Abend unserer Tour mit einem Sundowner in der Hand entspannt ausklingen lassen. Statt dessen müssen wir die Crew eines Fischerbootes retten, das in unserer Nähe auf ein Riff gelaufen ist und droht, leckgeschlagen in den Fluten zu versinken.

Nach etwa einer Stunde nimmt uns die herbeigerufene Küstenwache in stockdunkler Nacht die Verantwortung für die verunglückten Fischer ab.

Inzwischen haben wir Lapita sicher in der Marina untergebracht. Mitte September geht’s dann mal wieder auf Heimaturlaub nach Deutschland und Portugal.

Liebe Grüße! Tilly & Klaus

2 Kommentare zu „SUMATRAS WESTKÜSTE

  1. Wunderschöne Erlebnisse, wie immer;)!!! Freuen uns auf Euch, bis bald in Deutschland 🇩🇪😻! Holz für den Lagerfeuer liegt schon bereit;)!

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