NORTHERN SHIPYARD

Nach langer langer Zeit, die wir mit harter Arbeit auf dem Trockendock der Werft Northern Shipyard auf der Insel Langkawi verbrachten und es nicht allzu viel Neues zu berichten gab, schwimmt Lapita nun endlich wieder im Wasser und wir freuen uns auf neue Segelabenteuer!

Den Jahreswechsel 2023/24 haben wir noch ganz entspannt an einsamen Stränden in Thailand gefeiert.

Mitte Januar 2024 ging es dann auf die Werft. Geplant war ein 3-4 monatiger Aufenthalt, leider wurden dann fast anderthalb Jahre daraus…

Lapita wurde mit Hilfe von Helfern aus aller Welt und ein paar Mitarbeitern der Werft auseinandergenommen und erst einmal von unten bis oben abgeschliffen.

Vom Deck konnten wir die hübsche Aussicht auf das benachbarte Fischerdorf und die Bucht von Kuah geniessen, bis das Schiff zum Lackieren eingerüstet und eingehaust wurde.

Zwischen den Arbeiten mussten wir das Land aller drei Monate für sieben Tage verlassen, um ein neues Visum zu erhalten. Die erste Reise ging auf die thailändische Insel Ko Lipe, wo wir uns in einem wunderschönen Ferienhäuschen mit Privatstrand von den Strapazen der Werftarbeit erholten.

Die Arbeiten gingen leider extrem langsam voran. Das lag vor allem an den fehlenden Fachkräften, wodurch Klaus gezwungen war, die meisten Arbeiten selbst zu erledigen. Ein anderer Grund waren die vielen religiösen und staatlichen Feiertage, die das Land regelmässig lahm legten. Ramadan, Diwali, Weihnachten, Hammelschlachtfest, Unabhängigkeitstag, Malaysia-Tag, Tag der Arbeit, Geburtstag des Sultans, Geburtstag der Sultanin, Geburtstag Mohammeds, Neujahr, Islamisches Neujahr, Chinesisches Neujahr… Vor Beginn des Chinesischen Neujahrsfestes wurde im Supermarkt die Chinesische Mauer neu errichtet – aus Mandarinenkisten.

Durch den quälend langsamen Fortschritt der Arbeiten haben wir es leider nicht geschafft, Lapita wie geplant in der Trockenzeit zu lackieren. Die anschliessende Regenzeit war heftig, was für einige Frustration wegen viel zu hoher Luftfeuchtigkeit und Regentropfen auf dem frischen Lack sorgte, die durch undichte Stellen im Zeltdach tröpfelten.

Die nächste Auszeit führte uns nach Sumatra an den Toba-See, spektakulär gelegen in der grössten Vulkan-Caldera der Welt.

Das Ausbessern und Abschleifen des Teakdecks sowie die Erneuerung der Fugen waren weitere zeitraubende Arbeiten.

Im September reisten wir für anderthalb Monate auf Heimaturlaub nach Deutschland und Portugal.

Zurück auf der Werft standen noch jede Menge ‚kleinere‘ Arbeiten an: Deckshaus, Paneele und Gallionsfigur schleifen und lackieren; Winschen warten und Hydraulik neu verkabeln; Bilge und Seewasserfilter entrosten, schleifen und streichen; alle Teile an Deck und den Masten wieder anbauen; ein Leck im Unterwasserschiff reparieren usw. usw.

Im Januar flogen wir für unsere letzte Visaverlängerung nach Hoi An in Vietnam, was sich leider als eine echte Pechsträhnen-Reise entpuppte. Zuerst wurde Klaus krank, dann wurde Tilly krank, das Wetter war fast die ganze Woche kalt, regnerisch und ungemütlich, der Strand fürchterlich zugemüllt. So haben wir uns die meiste Zeit im warmen Bett unserer Ferienhütte eingekuschelt. Ein paar sonnige Lichtblicke gab es immerhin beim Beobachten der für das Frühlingsfest herausgeputzten heimischen Jugend im Selfie-Wahn…

Zurück auf Langkawi stand uns der vorletzte grossen Kraftakt bevor – das Spritzen des Unterwasserschiffs mit mehreren Lagen Grundierung und Antifouling.

Anfang Februar erreichte uns die traurige Nachricht, dass Tillys Mutter schwer erkrankt war. Wir reisten sofort in das -10 Grad kalte Dresden und blieben einige Monate, bis der Frühsommer den heimischen Garten in ein Blütenmeer verwandelte und die Schönheit der Natur der Seele Trost spendete.

Schliesslich kehrten wir auf die Werft zurück. Das Gerüst wurde abgebaut und die Masten wieder aufgestellt. Ende Juni war es dann endlich geschafft, Lapita wurde frisch herausgeputzt zu Wasser gelassen!

Nun liegen wir in der Marina und erledigen dort die letzten Arbeiten, um Lapita wieder hochseetauglich zu machen. Wir können es kaum erwarten, die Leinen loszumachen…

Liebe Grüsse! Tilly & Klaus

2 Kommentare zu „NORTHERN SHIPYARD

  1. Das ist wirklich beeindruckend, was Ihr erlebt!

    Dankeschön fürs Teilen und Deine schönen Texte und Bilder!!

    Viel Glück für die Endarbeiten und dann immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel für die nächsten Reisen.

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